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[2018/12/06]

Lebendiges Filmerbe – in Dänemark

Dänisches Stummfilmerbe wird digitalisiert und zugänglich gemacht

6. Dezember 2018. – Das Dänische Filminstitut (DFI) wird im Laufe der kommenden Jahre das gesamte dänische Stummfilmerbe, bestehend aus ca. 415 Titeln mit einer Laufzeit von ungefähr 350 Stunden, digitalisieren, erforschen und zugänglich machen. Auch filmbegleitende Materialien wie Filmprogramme, Stills und Plakate werden digitalisiert. Schätzungsweise ein Fünftel der dänischen Stummfilmproduktion ist erhalten.

Die digitalisierten Filme werden zusammen mit Erläuterungen in einem Online-Portal bereitgestellt. Ferner wird die Cinemateket im Kopenhagen ein Stummfilmfestival ausrichten.

Dieses Digitalisierungsprojekt ist das bislang größte filmhistorische Unterfangen seiner Art in Dänemark. Ermöglicht wird es durch die Unterstützung dreier dänischen Fonds, die zusammen 30 Millionen DK (= 4.000.000 Euro) zur Verfügung stellen.

Mit der Digitalisierung des dänischen Stummfilm-Erbes ist auch ein dreijähriges deutsch-dänisches Forschungsprojekt der Universität Kopenhagen und der Universität zu Köln verbunden, das sich den intensiven dänisch-deutschen Filmbeziehungen in der Stummfilmzeit widmet. Erforscht werden u.a. die entstehende Celebrity-Kultur in ihrer dänisch-deutschen Verschränkung (etwa in der Person des Schauspielers Olaf Fønss), die Frage nach einer ‚dänischen’ Ästhetik im deutschen Stummfilm als Folge der Arbeitswanderung zwischen der beiden Filmproduktion sowie die Geschichte der zentralen Filmproduktionsfirmen Nordisk Filmskompagni in den 1910er und Palladium in den 1920er Jahren.

Es ist eine zentrale Zielsetzung des Dänischen Filminstituts, das Filmerbe für alle lebendig zu erhalten. Das geschieht u.a. über Veranstaltungen der Cinemateket sowie in Zusammenarbeit mit Kinos im ganzen Land. Das geschieht auch bereits digital über die Streaming-Plattform Danmark på film („Dänemark im Film“), die dokumentarische Filme von 1899 bis 1995 enthält und ungefähr 340.000 Aufrufe pro Jahr erzielt.

Das neue Filmabkommen 2019-2023, das zwischen allen Parteien des Parlaments beschlossen wurde, sieht weitere 17 Millionen DK ( = 2.277.830 Euro) für die Digitalisierung des Filmerbes vor. Diese Bewilligung ist eine Verlängerung einer früheren Finanzierung ebenfalls über 17 Millionen DK, die genutzt wurde, um ältere dänische Dokumentarfilme zu digitalisieren.

Zur Pressemitteilung des Dänischen Filminstituts (nur in Dänisch)


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